Wenn du dich zu den aktiven Trekkern zählst, bist du immer auf der Suche nach neuen Routen. Was fällt dir als erstes ein, wenn du den Begriff Jakobsweg hörst? Vermutlich denkst du zuerst an religiöse Pilger, aber die Strecke gilt auch gleichzeitig als eine der größten Trekkingtouren. Übrigens gibt es nicht nur „den einen Jakobsweg“, sondern viele verschiedene Etappen, die sogar durch mehrere Länder führen. Was du wissen solltest und warum der Weg für Trekker so spannend ist, erfährst du jetzt.
Die bekanntesten Routen des Jakobswegs sind vielseitig
Der Klassiker unter den Wegen ist zweifelsohne der Camino Francés. Er startet in den französischen Pyrenäen, genauer gesagt in Saint-Jean-Pied-de-Port, und führt dich über rund 800 Kilometer quer durch den Norden Spaniens.
Wenn du auf dieser Route unterwegs bist, überquerst du Gebirgspässe, wanderst durch die endlose Weite der Meseta und erreichst schließlich die grünen Hügel Galiciens. Doch Frankreich hat noch mehr zu bieten: Die Via Podiensis ist eine der vier großen französischen Jakobswege und gilt unter Kennern als landschaftliches Juwel, das dich durch das Zentralmassiv führt.
Falls dir der Trubel auf dem Hauptweg zu groß ist, bietet der Camino del Norte eine grandiose Alternative. Hier läufst du direkt an der spanischen Nordküste entlang, hast das Meer ständig im Blick und musst deutlich mehr Höhenmeter bewältigen.
Wer es lieber etwas kürzer mag, wählt den Camino Portugués, der in Lissabon oder Porto startet und durch Korkeichenwälder und charmante portugiesische Dörfer führt. Jede dieser Routen hat ihren eigenen Charakter und fordert deine Ausdauer auf ganz unterschiedliche Weise heraus.
Warum Trekkies den Jakobsweg lieben
Du fragst dich vielleicht, was den Reiz ausmacht, wenn man nicht aus religiösen Gründen wandert. Ein bisschen ist die Mischung aus logistischer Freiheit und Herausforderung dafür verantwortlich. Du musst kein Zelt mitschleppen, wenn du nicht willst, da das Netz an Herbergen extrem dicht ist. Das spart Gewicht im Rucksack und ermöglicht es dir, ordentlich Kilometer zu fressen, ohne dich um die nächste Wasserstelle sorgen zu müssen. Zudem ist die Markierung mit der gelben Muschel so exzellent, dass du dein GPS eigentlich im Rucksack lassen kannst.
Der Clou: Wenn du den richtigen Reiseveranstalter wählst, musst du dich nicht mal mit Herbergen auseinandersetzen. Die Profis planen deine Übernachtung im Vorfeld und du trekkst mit leichtem Gepäck.
Was dich auf den Routen des Jakobsweges erwartet
Die Landschaft verändert sich fast täglich. Mal läufst du durch staubige Weinberge, mal durch dichte Eukalyptuswälder. Ein besonderer Fixpunkt für viele Trekker ist der Ort Sarria. Wenn du nicht die vollen 800 Kilometer Zeit hast, starten viele genau hier, da Sarria etwas mehr als 100 Kilometer vor Santiago liegt und das ist die Mindestdistanz, um die begehrte Urkunde, die Compostela, zu erhalten. Ab hier wird der Weg deutlich belebter, die Infrastruktur mit Cafés und Bars nimmt zu, und die Vorfreude auf das Ziel ist förmlich greifbar.
Du solltest dich darauf einstellen, dass der Weg kein reiner Naturtrip ist. Du durchquerst historische Städte wie Burgos oder León, bewunderst gotische Kathedralen und läufst über römische Brücken. Diese Verbindung aus Naturerlebnis und Weltkulturerbe macht die Route so einzigartig. Es ist ein Langstreckentrekking, das dich körperlich fordert, dir aber gleichzeitig jeden Abend die Zivilisation in Form einer warmen Dusche und eines Glases Rotwein bietet.
Wie du den Jakobsweg begehst, hängt von deinen Bedürfnissen und Wünschen ab. Aber ob du knallharte Natur möchtest oder gern Trekking mit abendlicher Gesellschaft ist egal, denn der Weg ist faszinierend und bietet für jeden etwas.